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Liebe Gemeinde,

wir sind jetzt in der Fastenzeit, einer Zeit der Gnade! Wie die Kinder mir im Schulgottesdienst gesagt haben, bedeutet das Verzicht auf etwas, Umkehren, ... Das ist richtig, aber was ist das Ziel, das dahinter steckt? Wir möchten erfahren, wer wir sind, uns selbst wieder entdecken, neu in Verbindung mit Gott kommen. Darum geht es.

Und um das zu schaffen, brauchen wir „das Gebet“. Das Evangelium dieses Wochenendes zeigt uns dies sehr deutlich.

Viele von uns haben sich im Karneval verkleidet, dabei das Eigene versteckt und ein anderes Bild von sich vermittelt. Sich verkleiden bedeutet: Ich verändere mich und zeige mich als ein anderer, der ich nicht bin – und die anderen Menschen entdecken in mir nicht mich, sondern einen anderen. Das gehört zum Karneval …

Im Evangelium von der Verklärung Jesu erfahren die Jünger ihn auch in einer anderen Weise, die sie bis dahin nicht kannten. Jesus ist nun anders, aber nicht so wie wir, wenn wir uns verkleiden.

Hier gibt es einen großen Unterschied! Jesus verkleidet sich nicht selbst. Im Lukasevangelium heißt es: „Während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß!“ Jesus tut das, was er immer getan hat – nämlich beten. Durch sein Gebet war er immer in Verbindung mit Gott. Und da geschieht es: Jesus wird verklärt. Unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche wollen sich immer wieder neu verkleiden oder sogar verklären. Aber manchmal schaffen wir das nicht. Wir möchten auch umkehren, aber es klappt nicht immer. Warum? Vielleicht weil wir vergessen zu beten – die Verbindung mit dem himmlischen Vater zu suchen. Eine der großen Heiligen, Teresa von Avila, hat gesagt: Das Gebet ist nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt.

Wir, die modernen Menschen, die Gesellschaft oder die Kirche können die Verklärung nicht erlangen, wenn uns die Verbindung mit dem himmlischen Vater fehlt. Umkehr kann nur dann Früchte bringen, wenn wir dabei in Verbindung mit unserem Schöpfer sind.

Der notwendige Umbruch in unserer Kirche und in uns selbst braucht diese Verbindung. Jesus wusste, dass das Kreuz auf ihn zukam! Dennoch hat ihn der Mut nicht verlassen, denn er war sicher, dass sein Vater ihn nicht verlassen würde. Könnte und sollte das nicht auch unsere Einstellung sein – in den Krisen unserer Zeit, in der Fastenzeit?

Ihr Bruder
P. Innocent

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