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Liebe Gemeinde,

der heutige Sonntag mutet uns ein schwieriges Evangelium zu, das bestimmt bei Manchen Unverständnis oder Protest auslöst. Die Exegese lehrt uns, dass sich der Text aus mehreren, ursprünglich voneinander unabhängigen Jesusworten zusammensetzt. Das erste, hier zitierte Jesuswort ist die Parabel „vom klugen Verwalter“.

Sie endet mit dem Lob Jesu: „Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte“ (Lk 16, 8a).

Erzählt wird in einer bildlichen Darstellung von einem außergewöhnlichen, überraschenden Ereignis: Ein Verwalter veruntreut das Vermögen seines Herren, wird zur Rechenschaft gezogen und veranlasst die Schuldner seines Herrn, ihre Schulden durch Fälschen der Schuldscheine zu verkleinern. Und das aus einem einfachen egoistischen Motiv: der Betrug wird nicht nachweisbar sein. Der kluge Verwalter lässt die Schuldner selbst die Summe ändern, wodurch der Betrug nicht ersichtlich ist. Für diese Entlastung werden die Schuldner dem Verwalter dankbar sein und diesen dann, nach dessen Entlassung, unterstützen.

Und für dieses unehrliche Verhalten wird der Verwalter dann auch noch von Jesus gelobt?! Wie finden Sie das? Das verletzt doch unseren Gerechtigkeitssinn ...

Entscheidend ist der Vergleichspunkt, der Punkt, in dem die Parabel unsere Wirklichkeit tangiert: Jesus lobt die Klugheit des Verwalters, nicht dessen Verhalten. Dieser agiert im Hinblick auf seine Zukunft: er nutzt jetzt seine Möglichkeiten, um in Zukunft abgesichert zu sein. Das ist der Knackpunkt. Dazu ruft Jesus uns auf: wir sollen Angesichts der Tatsache, dass wir am Ende des Lebens Rechenschaft ablegen müssen, die Gegenwart nutzen, um so zu handeln, dass wir Jesu Willen tun und schließlich in das Reich Gottes gelangen können. Wer also im Sinne dieses Gleichnisses klug lebt, nimmt Jesu Willen und dessen Handeln jetzt schon als Maßstab für sein Leben.

In diesem Sinne beginnen wir am Sonntag mit unserem neuen Format Familiengottesdienst zu feiern: Die „Kirche Kunterbunt“ lädt zum Thema „Freundschaft“ in die St. Albertus Magnus Kirche in Pennenfeld ein. Wir beginnen mit einem Frühstück um 9.30 Uhr, anschließend werden für die Kinder verschiedene Workshops angeboten. Die Hl. Messe beginnt um 11.15 Uhr. So haben wir Gelegenheit uns untereinander besser kennenzulernen und unsere Freundschaft mit Jesus wirklich fröhlich zu feiern – nicht als ein Termin unter vielen im Kalender, sondern als wirklichen Höhepunkt der Woche. Jesus selbst lädt uns ein, nicht nur klug zu handeln, sondern ER selbst will unser Freund sein!

Eine gesegnete Woche ...
Pfarrvikar Jozef

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