Navigation

Wort der Woche

Sommer! Neben all den Mühen und Sorgen auch eine Zeit des Genießens, des Ausruhens, eine Zeit für mehr Gelassenheit. Ob Sie ausgeruht und erholt zurück sind? Ob Sie neue Energie für den Alltag haben finden können? Ein Freund von mir schreibt nach seinem Urlaub: „Das Wasser steht mir bis zum Hals!“ Bestimmt geht es einigen von Ihnen wie ihm. Der stürmische Alltag hat uns wieder.

Im Evangelium werden die Jünger Jesu im Boot in der stürmischen See von den Wellen hin und her geworfen, könnten ihren Boot nicht mehr steuern (Mt. 14, 22–33), sie hatten Gegenwind und sind den Wellen ausgeliefert. In der vierten Nachtwache, in der Bibel die Zeit des hilfreichen Eingreifen Gottes, kommt Jesus auf dem Wasser den Jüngern entgegen. Diese Zeit kann ein Bild sein für die Krise der Lebensmitte. Hier verlieren wir den sicheren Boden unter den Füßen, aber zugleich ist die Lebensmitte auch eine Zeit der Wandlung.

Petrus, voller Angst, bekommt Mut, als er Jesus erkennt. Im Vertrauen auf seine helfende Nähe wagt er es, aus dem Boot zu steigen. Das Boot kann ein Bild für unser eigenes Ich sein, aus dem wir ausbrechen müssen. Wir müssen aussteigen aus der eigenen Enge und die eigenen Grenzen übersteigen.

Aussteigen erfordert eine ganze Menge Mut, ist aber gleichzeitig mit riesigen Hoffnungen verbunden, dass sich endlich alles zum Besten wende.

Persönlich stehe auch ich vor einen Ausstieg! Ich freue mich, ab dem 1. September 2020 mit 100 Prozent Beauftragung für die Seelsorge im Bereich Bad Godesberg tätig sein zu dürfen und mit mich Ihnen auf dem Weg zu machen. Dieses Aussteigen bedeutet Umbruch, Neuorientierung und Richtungswechsel. Groß ist die Angst und die Ungewissheit, was am Ende dabei herumkommt. Beruhigend ist zu wissen, dass – wie bei Petrus – der Blick auf Jesus hilft, auf dem Wasser zu gehen. Der Blick auf Jesus trägt uns mitten in der Unsicherheit unseres Lebens. Doch sobald Petrus auf die Fluten blickt, geht er unter. Wenn wir auf die Probleme fixiert sind, wenn wir nur noch die hohen Wogen sehen, versinken wir.

Ein weiteres Bild: Jesus steigt zusammen mit Petrus ins Boot, und sofort legt sich der Wind und alles wird ruhig. Mit Jesus in einem Boot sitzen heißt, dass sich die Angst vor den Stürmen und Wogen unseres Lebens verliert. Dann erfahren wir Frieden mitten in der äußeren Unruhe.

Das wünsche ich mir und ihnen vom Herzen!

Ihr
Bruder Francis

Zu den Pfarrnachrichten ...