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Erzieherinnen werden zu Schauspielerinnen

Dreharbeiten Imagefilm Kitanetzwerk Bad Godesberg

Mit einem Imagefilm wirbt das Kita-Netzwerk für Fachpersonal

Neue Wege gehen – das steht in den 13 Kitas der Bürgerstiftung Rheinviertel und des KGV Bad Godesberg ganz oben auf der Agenda. Vor allem, wenn es um die Akquise von Fachpersonal geht. Denn das ist Mangelware in Deutschland.

Daher wechselten Erzieherinnen, FSJler, Familienzentrumskoordinatoren, Kindergartennetzwerk-Leiterin und Co. kurzerhand das Metier und wurden zu Schauspielerinnen – in einem Imagefilm und in Testimonial-Clips, aufgenommen in den Kitas Sonja-Kill, Margarete-Winkler und St. Servatius.

„Es geht darum, das Positive und die hohe Qualität herauszustellen, die unsere Kitas für die Kinder, aber auch für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bieten“, sagt Sonja Velten, Leiterin des Kindergartennetzwerks. Mit Hilfe der Filme und Videoaufnahmen gebe man den Kitas ein Gesicht, der persönliche Eindruck verstärke sich. Ein weiterer Vorteil: „Wir sprechen nicht über, sondern mit dem Netzwerk. Die Stimmen kommen aus der Mitarbeiterschaft heraus, es wird ein realistischer Einblick in die tägliche Arbeit gegeben.“ Es sei erkennbar, wie viel Herzblut, Miteinander und auch Eigeninitiative jeder einbringe, „und dass Hand in Hand gearbeitet wird“.

Doch nicht nur die Personalakquise spielt laut Velten eine Rolle. Gleichzeitig soll auch erkennbar werden, wie viel Wert im Netzwerk auf Aus- und Weiterbildung gelegt wird. Egal ob Berufsinformationstag, Orientierungspraktika, Konzeptionstage oder Praxisanleitungen: Die Bandbreite ist groß. Und soll publik gemacht werden.

Der Fachkräftemangel begann 2013, mit dem Ausbau der U3-Betreuung, sagt Velten. „Es wurde nicht berücksichtigt, dass man dafür deutlich mehr qualifiziertes Personal benötigt.“ Ein weiteres Problem sei der Generationenwechsel. Denn in den vergangenen Jahren und auch aktuell gehen viele alteingesessene MitarbeiterInnen in Rente. Dabei fehlt es an Nachwuchs. Was, so Velten, nicht am Lohn, sondern an einem Imageproblem liegt. „Es ist ein deutschlandweites Thema“, so Velten.

Doch ist der Fachkräftemangel auch 2021 noch so gravierend? 197 Mitarbeiter hat das Kitanetzwerk derzeit, sagt Velten, zwei Stellen sind vakant. Was auf den ersten Blick nicht tragisch klingt, kann es aber auf den zweiten werden. Denn: „Personalakquise ist ein fortlaufender Prozess.“ Falle eine Mitarbeiterin aus, könne von heute auf morgen Ersatz benötigt werde. Und um gerade Berufseinsteiger anzusprechen, reiche die klassische Stellenanzeige nicht mehr aus. Daher also geht das Netzwerk, gehen Bürgerstiftung und KGV neue, digitale Wege. Und hoffen, das Ansehen der Kita-Berufe zu erhöhen.

Link zum Artikel im General Anzeiger vom 30. April 2021 ...

 

Bilder: © privat