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Wort der Woche

Wer kennt die Geschichte nicht? Sie befinden sich mitten im Sturm, die Wellen beginnen schon das Boot mit Wasser zu füllen und Jesus schläft: „Er aber lag auf einem Kissen und schlief.“ Der Vorwurf seiner Jünger kommt ganz schnell: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ Er steht auf, sagt ganz ruhig den Naturgewalten sie sollen still werden. „Und es trat völlige Stille ein“.

Bis hierher kennen wir alles: die Angst der Jünger, die Macht Jesu. Aber dann kommt etwas, was eigentlich nicht ganz dazu passt. Es ist eine ganz ruhige Frage, wie jemand, der staunt über die Reaktion der anderen, als ob alles so unerwartet gekommen wäre: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“

Jesus lenkt die ganze Aufmerksamkeit vom Sturm und eigentlich auch von sich selbst weg. Es geht nicht um seine Macht die Gewalten zu bezwingen, sondern um den Glauben seiner Jünger. Und er staunt darüber, dass sie noch keinen haben. Als ob er sagen würde: „Wie? Ihr kennt mich doch?!“

Kein besseres Bild passt zur Lage unserer Kirche heute. Das Kirchenboot befindet sich mitten in einem Wirbelsturm, der alles mitreißen zu wollen scheint. Und – Hand aufs Herz! – haben wir nicht auch schon gedacht: „Herr, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ Oder noch schlimmer: Sind wir vielleicht noch damit beschäftigt, zu retten, was man retten kann, Wasser über Bord zu werfen, immer schneller, immer müder, immer mehr verängstigt, bis wir ohne Kraft mehr wie gelähmt die schwarze Wassermauer anstarren, die gegen uns prallt? Haben wir dabei vielleicht schon vergessen, dass wir Jesus am Bord haben? Dass wir wenigsten nach ihm rufen könnten?

Und wie könnte er uns anders antworten als den Aposteln? „Wie? Ihr kennt mich doch?! – Ich wisst, dass ich euch verheißen habe, immer bei euch zu bleiben!“ Warum versucht ihr, meine Kirche zu retten? Ich habe sie schon gerettet. Ich bin ihre und eure Rettung!

Was uns immer noch fehlt, ist ein Blick auf unsere Kirche vom Glauben heraus. Wo können wir ihn lernen? Nicht von den Zeitungen, nicht von Großen, Klugen und Lauten, sondern von den Kleinen, die die Nähe Jesu suchen, im Zwiegespräch mit ihm bleiben, die Tag für Tag umkehren, sich leise zu Wort melden.

Und bei all der Geschäftigkeit vergessen wir nicht: „Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf!“ (Ps 127)

Pater Gianluca

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